Haben Sie einen pflegebedürftigen Familienangehörigen? Wenn ja, sollte ein Pflegegrad (bis 2017 Pflegestufe) beantragt werden, damit Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung bezogen werden können. Erst wenn der Antrag bewilligt wird, können Sie Pflegeleistungen beanspruchen. Sicherlich ist es nicht so einfach, den Antrag auf einen Pfleggrad richtig zu stellen. Was ist es dabei zu beachten? In unserem Artikel finden Sie einige wichtige Tipps.

Einen Pflegegrad beantragen. Schriftlich oder telefonisch?

Problemlos können Sie einen Pflegegrad bei Ihrer Pflegekasse telefonisch beantragen. Bei der zuständigen Krankenversicherung können Sie erfahren, an welche Pflegekasse Sie sich wenden sollten. Wenn Sie einen Pflegegrad telefonisch beantragen, erhalten Sie ein Formular, das  der Versicherte selbst bzw. sein gesetzlicher Betreuer ausfüllen, unterschreiben und an die Pflegekasse zurückschicken muss. Erst nach dieser Formalität kann man einen Termin mit dem MDK-Gutachter vereinbaren.

Ihren Auftrag auf Pflegegrad können Sie auch formlos und schriftlich machen. Ein formloser Brief ist ausreichend. Allerdings können Sie auch ein vorgefertigtes Formular bzw. Muster verwenden, um einen Pflegegrad bei der zuständigen Kasse zu beantragen. So ein Formular können Sie auf vielen Webseiten finden und kostenlos herunterladen.

Die wichtigsten Schritte

Benötigt Ihr Angehöriger immer mehr Unterstützung im Alltag? Sie können also für ihn oder mit ihm gemeinsam einen Pflegegrad beantragen. Wenn Ihr Angehöriger als pflegebedürftig in einen Pflegegrad eingestuft wird, kann  er verschiedene Pflegeleistungen in Anspruch nehmen.

Hier erfahren Sie, wie Sie in nur wenigen Schritten einen Pflegegrad problemlos beantragen können:

  1. Stellen Sie Ihren Antrag auf Pflegegrad bei der zuständigen Pflegekasse. Entweder telefonisch oder schriftlich;
  2. Kurz danach erhalten Sie von Ihrer Pflegekasse ein Formular, das ausgefüllt und vom Antragsteller bzw. seinem Bevollmächtigten unterschrieben werden muss;
  3. Sie werden von einen Gutachter des MDK kontaktiert, damit Sie einen passenden Termin für eine Begutachtung vereinbaren können;
  4. Nach der Pflegebegutachtung wird die Pflegebedürftigkeit des Patienten bestätigt. Der Antragsteller erhält den Bescheid über den festgestellten Pflegegrad. Folgende Pflegeleistungen kommen für den Pflegegrad 2-5 in Frage: Pflegegeld, Pflegesachleistungen, Tages- und Nachtpflege, Kurzzeitpflege, Verhinderungspflege, vollstationäre Pflege etc.;
  5. Wurde Ihnen bzw. Ihrem Angehörigen kein Pflegegrad fälschlicherweise zuerkannt? Sie können in so einem Fall Ihren Widerspruch gegen diese Entscheidung einlegen.

Pflegegrad Überprüfung

Zurzeit gibt es 5 Pflegegrade. Der Versicherte, der aufgrund seiner Pflegebedürftigkeit Pflegeleistungen beantragt, muss seinen Antrag nicht auf einen bestimmten Pflegegrad stellen. Darüber entscheidet die Pflegeversicherung aufgrund einer Begutachtung von einem Gutachter des MDK. Im Rahmen der Pflegebegutachtung vergibt der MDK Gutachter entsprechende Punkte je nach Häufigkeit sowie Intensität der Unterstützung, die der Pflegebedürftige im Alltag benötigt. Je grösser der Hilfsbedarf der zu pflegenden Person ist, desto höher ist ihr Pflegegrad.

Eine Übersicht über die aktuellen Pflegegrade:

  • Pflegegrad 1 – geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit des Pflegebedürftigen;
  • Pflegegrad 2 – erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit des Pflegebedürftigen;
  • Pflegegrad 3 – schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit des Pflegebedürftigen;
  • Pflegegrad 4 – schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit des Pflegebedürftigen;
  • Pflegegrad 5 – schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit des Pflegebedürftigen + spezielle Anforderungen an die Pflegeleistungen;

Demenz, Parkinson und andere Krankheiten

Oft ist eine Pflegebedürftigkeit sehr einfach zu erkennen. Z.B. bei Patienten nach einem Schlaganfall oder bei einer Parkinson-Erkrankung. Es gibt allerdings auch Krankheiten, bei denen der Hilfsbedarf am Anfang schwer zu erkennen ist. Ein gutes Beispiel dafür ist eine Demenz. Bei allen genannten Krankheiten sollte man einen Pflegegrad beantragen. Es ist nicht zu leugnen, dass die Pflegeleistungen aus der Pflegekasse eine große Entlastung für pflegende Angehörige darstellen. Mit einer Pflegebedürftigkeit sind folgende Krankheitsgruppen häufig verbunden:

  • Krankheiten des Kreislaufsystems, z.B. Schlaganfall;
  • Krankheiten des Nervensystems, z.B. Parkinson-Krankheit;
  • Krankheiten des Bewegungsapparates;
  • Psychische Erkrankungen, z.B. Alzheimer sowie Demenz;
  • Senilität;

Es ist zu betonen, dass viele Angehörigen von senilen Senioren scheuen häufig einen Antrag auf Pflegegrad. Das ist ein großer Fehler. Vergessen Sie doch nicht, dass auch die fortschreitende Senilität dazu führt, dass ein Senior viel Unterstützung im Alltag benötigt. Wenn Sie bemerken, dass Ihr Elternteil, Partner etc. mit seinen alltäglichen Aufgaben nicht mehr zurecht kommt, wenden Sie sich an Ihre Pflegekasse. Für eine erste Einschätzung können Sie einen Online Pflegegradrechner nutzen. So können Sie schnell überprüfen, ob eine Pflegebedürftigkeit vorliegen könnte.

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