Unter dem Begriff “Grundpflege” versteht man eine Leistung der Pflegeversicherung für Pflegebedürftige. Nicht nur ältere Personen, sondern auch Personen, die wegen einer Krankheit oder nach einem Unfall pflegebedürftig sind, können körperlich und geistig nicht mehr fit sein. Viele Pflegebedürftige benötigen professionelle Hilfe auch bei einfachen Tätigkeiten im Alltag. Sie sind nicht mehr in der Lage, sich anzuziehen, selbstständig zu essen oder zur Toilette zu gehen. Die Personen benötigen Unterstützung im Alltag – diese Unterstützung wird als Grundpflege bezeichnet.

Die Grundpflege in der Altenpflege ist sehr wichtig!

Die Grundpflege, die auch als Direkte Pflege bezeichnet wird, umfasst alle Tätigkeiten, die eine grundlegende Versorgung des Pflegebedürftigen umfasst. Es ist zu betonen, dass die Grundpflege in der Altenpflege sowohl vorübergehend als auch dauerhaft sein kann. Das hängt von individuellen Bedürfnissen des Patienten ab. Wichtig: die pflegebedürftige Person sollte so unterstützt werden, dass sie so viele Aufgaben wie möglich selbstständig oder teilweise selbstständig erledigt. Warum ist die richtige pflegerische Versorgung bei Senioren so wichtig? Jeder Mensch will doch, dass seine elementaren Bedürfnisse gestillt werden. Zu den elementaren Bedürfnissen gehören z.B. die tägliche Einnahme von Mahlzeiten, tägliche Hygienemaßnahmen, ein gepflegtes Äußeres. Das alles beeinflusst die menschliche Gesundheit und das Wohlbefinden. In diesem Sinne ermöglicht die Grundpflege, die Lebensqualität des pflegebedürftigen Patienten zu erhöhen.

Pflegemaßnahmen im Rahmen der Grundpflege

Die Pflegemaßnahmen sollten, wie erwähnt, an die individuellen Bedürfnisse des Patienten angepasst werden. Die Grundpflege umfasst folgende Bereiche:

  • Köperpflege – die Hilfestellung beim Waschen oder beim Stuhlgang ist ein sehr wichtiger Bereich der Grundpflege. Im Rahmen der Körperpflege werden folgende Pflegemaßnahmen ergriffen: Ganzkörperwäsche, Zahnpflege, Haarpflege und Rasur, Hautpflege etc.;
  • Ernährung – es handelt sich dabei nicht nur um die Vorbereitung der Mahlzeiten, sondern auch um die Hilfe bei der Nahrungsaufnahme;
  • Mobilität – dabei sollten Pflegemaßnahmen ergriffen, die bei der aktiven und funktionsgerechten Bewegung des Patienten unterstützen. Die Mobilität sollte auch bei bettlägerigen Patienten gefördert werden. Zu wichtigen Pflegemaßnahmen in diesem Bereich zählen: Hilfe beim An- und Ausziehen, Unterstützung beim Aufstehen, beim Betreten des Wohnraums etc.;
  • Prophylaxe – sehr wichtig ist die Vorbeugung von Pilzinfektionen, Hauterkrankungen, Lungenentzündung (bei bettlägerigen Patienten!) und anderen Folgeerkrankungen;
  • Förderung der Eigenständigkeit und Kommunikation – im Rahmen der aktivierenden Pflege ist die Aufrechterhaltung der Selbstständigkeit sehr wichtig. Zu empfehlenswerten Pflegemaßnahmen in diesem Bereich zählen: Üben grundlegender Tätigkeiten des Patienten, Gedächtnistraining, verschiedene Sprechübungen etc. Auch bei demenzkranken Patienten sind diese Pflegemaßnahmen wichtig.

Kleine und große Grundpflege nach SGB XI

Nach SGB XI gibt es eine große und kleine Grundpflege. Dabei werden der Zeitaufwand der Leistungen in der Grundpflege sowie die Schwere der Beeinträchtigung des Patienten berücksichtigt. Kurz gesagt, erhalten Patenten mit einer leichten Pflegebedürftigkeit eine kleine Grundpflege. Im Gegensatz dazu benötigen stark pflegebedürftige Personen, z.B. bettlägerige Patienten, eine große Grundpflege.  Welche Leistungen zählen zur kleinen und großen Grundpflege? Es ist nicht so einfach, diese Frage zu beantworten. Die Leistungen variieren von Region zu Region. Benötigen Sie mehr Informationen zum Thema Pflege? Wenden Sie sich an Ihre zuständige Pflegekasse!

Formen der Grundpflege

Grundsätzlich gibt es drei Formen der Grundpflege. Es handelt sich um:

  • ambulante bzw. häusliche Pflege – der pflegebedürftige Senior hat die Möglichkeit zu Hause zu bleiben, auch wenn er umfassende Unterstützung im Alltag benötigt. Der Pflegebedürftige wird entweder von seinen Familienmitgliedern oder einem Pflegedienst gepflegt;
  • teilstationäre Pflege – diese Pflegeform bedeutet in der Praxis, dass der pflegebedürftige Patient eine Tagespflegeeinrichtung besucht, wo er von professionellen Pflegekräften betreut wird;
  • vollstationäre Pflege – diese Form der Grundpflege findet in einem Heim statt. Der Senior wird durch ein geschultes Personal betreut.

Wer übernimmt die Kosten der Grundpflege?

In den meisten Fällen werden die Kosten der Grundpflege bei Pflegebedürftigen durch die Pflegekasse übernommen. Wenn die Pflegeleistungen von einem Arzt verordnet werden und zu häuslichen Pflegeleistungen zählen, können die damit verbundenen Kosten auch durch die Krankenkasse übernommen werden. Grundsätzlich handelt es sich dabei um eine Situation, wenn die Pflegbedürftigkeit durch einen Unfall oder eine Erkrankung verursacht wurde und vorübergehend ist. Die Übernahme der Kosten durch die Pflegekasse bzw. Krankenkasse ist nur dann möglich, wenn der Patient einen Pflegegrad hat. Welche Pflegeleistungen kommen bei einem angerkanten Pfleggrad in Frage? Mehr Informationen erhalten Sie bei der zuständigen Pflegekasse.

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