so viel wie möglich selbst tun sollte. Er sollte dabei durch eine Pflegekraft unterstützt werden. Es ist jedoch zu betonen, dass manchmal vollständig kompensatorische Pflege aufgrund großer Selbstpflegedefizite z.B. bei Patienten nach einem Schlaganfall notwendig ist. Worauf beruht das vollständig kompensatorische Pflegesystem nach Dorothea Orem?  Was ist es  bei der Pflegeplanung zu beachten? In unserem  Artikel möchten wir diese Fragen beantworten. Wir hoffen, dass Sie bei uns nützliche Informationen finden.

Selbstpflegedefizit – Modell nach Dorothea Orem

Dorothea Orem war eine US-amerikanische Krankenpflegerin, die ein Selbstpflegedefizit – Modell entwickelt hat. Unter dem Begriff “Selbstpflegedefizit” sollten wir eine Situation verstehen, in der der Selbstpflegebedarf höher als Fähigkeit zur Selbstpflege ist.  Nach dem Pflegemodell sind Pflegebedürftige nicht passive Empfänger der Pflege. Laut Orem sollten die Patienten aktiv handeln und möglichst viele Tätigkeiten im Bereich Pflege selbst bzw. teilweise selbst durchführen. Dabei hat die Pflegekraft eine sehr wichtige Rolle zu erfüllen. Sie sollte ihre Patienten zur Selbstständigkeit motivieren.

Therapeutische Selbstpflegeerfordernisse – Pflegesysteme nach Dorothea Orem

In ihrer Theorie unterscheidet Dorothea Orem 3 Pflegesysteme:

  • vollständig kompensatorische Pflege – das Selbstpflegedefizit des Pflegebedürftigen ist so hoch, dass die komplette Übernahme der Pflege notwendig ist;
  • teilweise kompensatorische Pflege – die Pflegkraft hilft bei der Selbstpflege. Dabei beachtet die Pflegeperson die Ressourcen des Patienten, damit er so viel wie möglich selbst machen kann;
  • unterstützend-erzieherische Pflege – in diesem Pflegesystem wird der Pflegebedürftige bei der Pflege nur angeleitet und motiviert.

Vollständig kompensatorisches Pflegesystem. Welche Aufgaben hat die Pflegekraft?

Wie schon erwähnt, ist das vollständig kompensatorische Pflegesystem damit gleichgesetzt, dass die Pflegeperson alle therapeutischen Selbstpflegehandlungen für den Patienten übernehmen muss. Zu Patienten, die vollständig kompensatorische Pflege benötigen, gehören z.B.:

  • Schlaganfallpatienten in der akuten Phase;
  • Kommapatienten;
  • Patienten nach einer Kopfverletzung, deren Urteilsvermögen eingeschränkt ist.

Welche Aufgaben hat die Pflegekraft im vollständig kompensatorischen Pflegesystem? Die Pflegekraft muss:

  • für ihren Patienten handeln und agieren. Es handelt sich darum, dass die mangelnde Selbstpflegekompetenz der pflegebedürftigen Person kompensiert werden muss;
  • ihren Patienten sowohl physisch als auch psychologisch unterstützen;
  • für die pflegebedürftige Person entscheiden und urteilen;
  • die persönliche Entwicklung des Patienten unterstützen. Auch im vollständig kompensatorischen System sollte die Pflegekraft die vorhandenen Fähigkeiten des Pflegebedürftigen fördern.

Vollständig kompensatorische Pflege planen

Egal, ob es sich um die Krankenpflege oder Altenpflege handelt, ist die vollständige kompensatorische Pflege eine große Belastung für Angehörige. Ein Pflegeheim oder eine Pflege zu Hause? Diese Fragen stellen sich viele Personen, die ihren Eltern oder Großeltern professionelle Pflege bieten möchten. Zurzeit ist es möglich, eine kompetente Pflegekraft legal  zu beschäftigen, die den Patienten im Alltag unterstützt wird. Es handelt sich um:

  • Ganzkörperwaschung im Bett;
  • komplexe Intimhygiene des Patienten;
  • Hilfe bei der Darm- und Magenentleerung;
  • Hautpflege;
  • Ernährung des Patienten;
  • Unterstützung der Mobilität;
  • Entwicklung der Kommunikation;
  • Pflegemaßnahmen, die Dekubitus und anderen gesundheitlichen Problemen vorbeugen etc.

Wichtig: die vollständige Pflege ist damit gleichgesetzt, dass Pflegekräfte alle Vorgänge einer Grundverrichtung selbst ausführen müssen. Der Pflegebedürftige ist nicht aktiv.

Bei der Pflegeplanung können Sie sich an unsere Vermittlungsagentur wenden. Gerne helfen wir Ihnen, dir richtige Pflegekraft für Ihren Verwandten zu finden. Frauen aus Osteuropa, die mit unserer Agentur zusammenarbeiten, sind erfahrene Pflegekräfte, die Deutsch zumindest kommunikativ sprechen.

Das Pflegesystem soll dynamisch sein!

Nach Experten sollte das Pflegesystem dynamisch sein. Warum ist das so wichtig? Es gibt  doch Patienten, die z.B. nach einem Schlaganfall oder einem Verkehrsunfall  eine vollständige kompensatorische Pflege im Alltag benötigen. Nur die Übernahme aller Pflegetätigkeiten durch eine Pflegekraft entspricht den Selbstpflegeerfordernissen der Patienten. Im Laufe der Zeit kann sich aber der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten verbessern. In der Praxis bedeutet das, dass sich auch das Pflegesystem verändern muss.  Man muss festlegen, ob der Patient das teilweise kompensatorische Pflegsystem oder das unterstützend-anleitende System benötigt. Die richtige Pflegdiagnose ist sehr wichtig! Erst nach der Festlegung des richtigen Pflegesystems sollte man die Methoden auswählen, mit denen die  Selbstpflegekompetenz des Patienten unterstützt wird.

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