Verstauchungen und gefährliche Brüche – damit werden Stürze von vielen alten Menschen assoziiert. Es ist zu betonen, dass Stürze bei Senioren oft schwerwiegende Folgen haben. Statistisch gesehen, verursachen Stürze im Alter vor allem Frakturen an Unter- und Oberarmen sowie dem Becken. Manchmal führen Stürze bei alten Menschen dazu, dass ihre Lebensqualität stark eingeschränkt wird oder sogar ein  Umzug in ein Pflegeheim notwendig ist.

Wie kann man Symptome der Sturzgefahr erkennen? Welche Maßnahmen zur Sturzprophylaxe können eingegriffen werden? Diese und andere Fragen nach Sturzprävention werden in unserem Beitrag beantwortet. Wir hoffen, dass Ihnen unsere Tipps zur Sturzprophylaxe helfen.

Stürze bei Senioren: Risikofaktoren

Es gibt mehrere Risikofaktoren, die die Sturzgefahr erhöhen. zu wichtigen Risikofaktoren gehören:

  • ein bereits geschehener Sturz;
  • Gleichgewichtsstörungen;
  • Gangstörungen;
  • Sehbehinderungen;
  • Arthritis;
  • Einsatz von Hilfsmittel (Rollator, Gehstock etc.);
  • Einschränkungen bei der Alltagsbewältigung;
  • Muskelschwäche;
  • Dranginkontinenz;

Wie kann man das Sturzrisiko bei einem Senior einschätzen? Vor allem sollten Sie sich folgende Fragen stellen:

  • Ist der Senior sehbehindert?;
  • Ist der Senior bereits einmal gestürzt?;
  • Ist die Muskelkraft des Seniors nachgelassen?

Wenn Sie sogar nur einen Risikofaktor mit ‚ja“ bestätigt haben, sollten einige Maßnahmen zur Sturzprophylaxe eingegriffen werden.

Sturzprophylaxe. Welche Maßnahmen kommen in Frage?

Eine Sturzprävention beruht auf Maßnahmen, die einem Sturzrisiko verbeugen. Die Maßnahmen zur Sturzprophylaxe werden in folgende Gruppen eingeteilt:

  • medikamentenbezogene Maßnahmen – es gibt Medikamenten, die das Sturzrisiko bei Senioren erhöhen können. Es handelt sich vor allem um Beruhigungs- oder Schlafmittel sowie blutdrucksenkende Mittel etc. Diese Medikamente sollen im Rahmen einer Sturzprophylaxe entweder angepasst oder abgesetzt werden;
  • personenbezogene Maßnahmen – dabei handelt es sich um Trainings zur Förderung der Muskulatur (sowohl Kraft- als auch Ausdauertrainings), Förderung des Gleichgewichts etc. Beim Ergreifen von personenbezogenen Maßnahmen für eine Sturzprophylaxe sollten auch alle Krankheiten des Betroffenen berücksichtigt werden, die die Bewegungsfähigkeit beeinträchtigen können (z.B. Demenz, Parkinson, Sehbeeinträchtigungen);
  • umweltbezogene Maßnahmen – in erster Linie versteht man unter diesem Begriff die Beseitigung von Stolperfallen (Haltegriffe, gute Beleuchtung der Wohnräume, Teppichkanten etc.), Trainings mit Gehhilfsmitteln.

Sturzprophylaxe. Übungen für Senioren

Es ist nicht zu leugnen, dass eine hohe Muskelkraft bei älteren Personen sehr wichtig ist. Je höher ihre Muskelkraft ist, desto niedriger ist ein Sturzrisiko. Es ist zu betonen, dass viele ältere Menschen Angst vor Stürzen zu Hause haben. Sagen Sie Ihrem älteren Familienmitglied nicht, was es tun soll, um im Alltag nicht zu stürzen. Es wäre besser, wenn Sie dem Senior sagen würden, was er tun soll, um auch im hohen Alter beweglich bleiben zu können. Wichtig: die Übungen für Senioren sollten keine Schmerzen bereiten.

Im Rahmen der Sturzprophylaxe sollen Senioren einige Übungen regelmäßig machen, um seine Arm- und Beinmuskulatur sowie stabile Balance zu fördern. Was wichtig ist, kann die Muskulatur der Arme im Sitzen gestärkt werden. In der Praxis bedeutet das, dass diese Übungen auch für Pflegebedürftige gut geeignet sind, die beim Gehen Gehhilfen wie Rollator oder Gehstock benötigen. Bei einem Training sollte eine ältere Person eine Hilfe haben. Sie kann z.B. ihre Übungen mit einer Pflegekraft beginnen.  Sowohl Angehörige als auch Pflegekräfte sollten darauf achten, dass der Senior im Alltag möglichst aktiv ist.

Barrierefreies Wohnen kann helfen

Auch barrierefreies Wohnen kann als Sturzprophylaxe dienen! Zurzeit gibt es wirklich viele Möglichkeiten, die Wohnung Ihres Angehörigen barrierefrei bzw. barrierearm zu gestalten. Folgende Hilfsmittel sind empfehlenswert: Greif- und Stützhilfen im Badezimmer, Sitzbadewannen mit Tür, Treppenlifte, barrierefreie Türen, Hausnotrufsysteme etc. An dieser Stelle ist es zu betonen, dass die Wohnraumanpassung bis zu 4.000 Euro für den Umbau durch die Pflegekasse übernommen werden kann.

Warum sollte die Sturzgefahr bei alten Menschen nicht bagatellisiert?

Statistisch gesehen, stürzen rund 30 Prozent der über-65-jährigen Personen mindestens einmal in zwei Jahren. Bei pflegebedürftigen Senioren, die in ihren eigenen vier Wänden leben, stürzen 65 Prozent von ihnen mindestens einmal jährlich. Daher darf man die Sturzgefahr bei Senioren nicht bagatellisieren. Nicht nur ältere Menschen stürzen. Trotzdem ist eine Sturzprophylaxe bei älteren Menschen (Altenpflege) besonders wichtig. Man muss sich dessen bewusst sein, dass Stürze bei Senioren viel schlimmere und gravierendere Folgen als bei jüngeren Menschen haben. Im hohen Alter ist das Risiko von gefährlichen Knochenbrüchen deutlich höher. Die mit dem Alter verbundene Gebrechlichkeit führt dazu, dass ältere Menschen ihre Verletzungen viel langsamer und wirklich schwer auskurieren können.

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