Ist eine polnische Pflegekraft steuerlich absetzbar? Diese Frage stellen sich sehr viele Personen, die polnische Pflegekräfte für ihre älteren Angehörigen einstellen möchten. Grundsätzlich gehören Pflegekosten zu sog. außergewöhnlichen Belastungen, was durch § 33 EStG “Außergewöhnliche Belastungen” geregelt wurde. Suchen Sie Informationen zum Thema: Polnische Pflegekraft –  außergewöhnliche Belastung? In unserem Beitrag finden Sie nützliche Tipps.

Pflegekosten von der Steuer absetzen

Die Pflegebedürftigkeit bei Ihrem Familienangehörigen ist damit gleichgesetzt, dass Sie viele Kosten der Pflege- und Betreuungsleistungen steuerlich absetzen können. Die Kosten gelten als Belastungen allgemeiner Art. Wichtig: damit die Kosten der Betreuungsleistungen abgesetzt werden können, muss der Patient als pflegebedürftig eingestuft werden. Zu den Kosten der Pflege- und Betreuungsleistungen, die von der Steuer abgesetzt werden können, gehören z.B.:

  • die Unterbringung in einem Pflegeheim;
  • die Inanspruchnahme eines ambulanten Pflegedinestes bzw. einer ambulanten Pflegkraft;
  • Pflegevorrichtungen verschiedener Art. Es handelt sich z.B. um spezielle Pflegbetten oder Prothesen für Pflegebedürftige;
  • Tagespflege und Nachtpflege;
  • Kurzzeitpflege;
  • barrierefreie Wohnung – Umbauarbeiten, Einbau eines Treppenlifts;
  • Medikamente;
  • Lebensmittel;
  • Kleidung etc.

Pflegekosten gelten als außergewöhnliche Belastungen

Möchten Sie eine Pflegekraft aus Polen beschäftigen? Wenn ja, können Sie einen Großteil der Pflegekosten, die damit in Verbindung stehen, als außergewöhnliche Belastungen geltend machen. Unter diesem Begriff sollte man unvermeidbare Kosten verstehen, die eindeutig höher als die Anwendung anderer Personen mit ähnlichem familiärem und finanziellem Stand sind. Der Teil der tatsächlich getragenen Kosten, die zumutbare Belastung des Steuerzahlers übersteigt, wird von der gesamten Höhe seiner Einkünfte abgezogen.

Wichtig: alle Erstattungen von Versicherungen, auch von der Pflegeversicherung, sowie von allen anderen Kostenträgern müssen von den Kosten für die Pflege zuerst abgezogen werden. Erst dann können Sie von Steuerermäßigungen profitieren. Dabei handelt es sich um folgende Beträge:

  • Pflegegeld (egal, ob es von der privaten oder gesetzlichen Versicherung ausgezahlt wird);
  • alle erdenklichen Erstattungen von zusätzlich abgeschlossenen Versicherungen, auch von der Pflegeversicherung;
  • Beihilfe;
  • Einkünfte des Pflegebedürftigen;
  • Haushaltsersparnis, wenn die Wohnung des Pflegebedürftigen aufgelöst wurde;
  • Nachlass des Pflegebedürftigen nach seinem Tod.

Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen

Bei der 24h Pflege wird ein Teil der getragenen Pflegekosten aufgrund der zumutbaren Belastung nicht berücksichtigt. Wenn die Kosten nicht als außergewöhnliche Belastung klassifiziert werden können, bedeutet das noch nicht, dass Sie von Steuerermäßigungen nicht profitieren können. Solche Kosten können doch als haushaltsnahe Dienstleistungen abgesetzt werden. Steuerzahler haben die Möglichkeit bis zu 20 Prozent von maximal 20.000 Euro, also 4.000 Euro, sparen.

Zu haushaltsnahen Dienstleistungen zählen:

  • Leistungen der Pflegekräfte aus Polen, Haushaltshilfen, ambulanten Pflegedienste, Senioren-Assistenten Folgende Leistungen kommen in Frage: Kochen, Putzen, Bügeln, Einkaufen, Gartenarbeiten, Unterstützung beim Duschen etc.;
  • Hausnotrufsysteme in privaten Wohnungen und Häusern sowie in Einrichtungen für betreutes Wohnen;
  • Handwerkerleistungen beim barrierefreien Umbau des Zuhauses;
  • haushaltsnahe Dienstleistungen von Minijobbern. Max. 20 Prozent sind absetzbar, allerdings bis zu 510 Euro im Jahr.

Bei der Pflege zu Hause ist die Steuerermäßigung (nach § 35a EStG) für haushaltnahe Beschäftigungsverhältnisse für den Teil der Kosten möglich. Dabei handelt es sich auch um altersbedingte Pflegekosten, d.h. für Senioren ohne Pfleggrad.

Pflegekosten als außergewöhnliche Belastungen von der Steuer absetzen

Alle Pflegekosten, die Sie tragen, müssen nachgewiesen werden, wenn Sie diese als außergewöhnliche Belastungen von der Steuer absetzen möchten. Über die Pflegekosten müssen Sie in Zeile 67 – 70 im Mantelbogen der Steuererklärung in der Rubrik: „Andere außergewöhnliche Belastungen“ informieren.

Seit einigen Jahren müssen Originalbelege nicht mehr mit seiner Steuererklärung eingereicht werden. Sie sollten allerdings länger aufbewahrt werden. Wenn Sie die Kosten der 24 Stunden Pflege absetzen möchten, benötigen Sie folgende Nachweise der Pflegekosten:

  • Bestätigung der Einstufung in den Pflegegrad;
  • Nachweis über Demenz, Behinderung etc., die eine häusliche Pflege und Betreuung notwendig machen;
  • alle Rechnungen über Pflegehilfsmittel;
  • Versicherungsbescheide, Bescheide der Pflegekassen;
  • Arzneimittelbelege;
  • Rechnungen vom Pflegedienst.

Wir hoffen, dass Sie bei uns nützliche Informationen zu möglichen steuerlichen Erleichterungen gefunden haben. Wir empfehlen Ihnen, die steuerliche Absetzbarkeit der Pflegekosten bei der 24 Stunden Betreuung zu Hause mit einem kompetenten Steuerberater zu konsultieren. Sie können auch das zuständige Finanzamt kontaktieren.  So können Sie Fehler in Ihrer Steuererklärung vermeiden.

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