Zurzeit kommen verschiedene Pflegesysteme in professionelleren Pflegeeinrichtungen zum Einsatz. Je nach Arbeitsorganisation unterscheidet man Bereichs-, Bezugs- und Funktionspflege. Die Funktionspflege wird in den meisten Fällen in den Krankenhäusern genutzt. Im Gegensatz dazu setzen kleinere Einrichtungen deutlich häufiger auf die Bezugspflege. Welches Pflegesystem ist am besten? Welche Vor- und Nachteile haben die einzelnen Pflegesysteme? In unserem Artikel finden Sie Antworten auf diese Fragen.

Funktionspflege. Vor- und Nachteile

Im Rahmen dieses Pflegesystems werden alle Pflegetätigkeiten in einzelne Prozessen unterteilt. Diese Prozesse können durch Pflegekräfte dann wiederholt durchgeführt werden. Es ist zu betonen, dass die Arbeitsabläufe wiederkehrend anfallen. In einem Krankenhaus, das ihre Patienten stationär behandelt, werden die Aufgaben unterschiedlichen Pflegekräften zugeordnet.

Folgende Argumente sprechen für dieses System:

  • Pflegerinnen, die ein einer Pflegeeinrichtung arbeiten, können nach ihrer Qualifikation und Kompetenz eingesetzt werden;
  • da die Aufgabenverteilung im Rahmen der Funktionspflege relativ einfach ist, lassen sich Arbeitsprozesse in der Pflege (auch Altenpflege) optimieren;
  • eine Pflegerin kümmert sich um mehrere Patienten – so kann eine Pflegeeinrichtung bzw. ein Krankenhaus sparen.

Die Funktionspflege hat natürlich auch Nachteile:

  • Patienten werden nicht individuell behandelt;
  • die Aufgaben müssen koordiniert werden;
  • mögliche Informationsverluste.

Bereichspflege. Welche Aufgaben hat eine Pflegekraft?

Die Bereichspflege beruht darauf, dass die Versorgung von einzelnen Pflegeeinheiten entweder in Bereichen oder in Gruppen verläuft. Im Rahmen dieses Pflegesystems kann eine Betreuerin sowohl für mehrere Patienten in einer Gruppe, oder für Patienten in einem Zimmer zuständig sein.

Diese Art der Betreuung hat folgende Vorteile:

  • ein Patient kann effizienter versorgt werden. Kein Wunder! Da die gleichen Pflegekräfte zuständig sind, können sie alle Änderungen am Pflegebedürftigen gleich bemerken;
  • ein Pflegebedürftiger kann individuell behandelt werden;
  • unerfahrene Pflegerinnen lassen sich effektiv anleiten.

Die Bereichspflege hat aber auch Schwächen:

  • es ist nicht einfach, eine Pflegekraft zu wechseln, wenn die Sympathie zwischen der Pflegekraft und dem Pflegebedürftigen nicht stimmt;
  • da das System auf festen Gruppen basiert, nimmt die Hilfsbereitschaft beim Pflegepersonal deutlich ab. Jeder konzentriert sich vor allem auf seinen Aufgabenbereich.

Bezugspflege. Ein Pflegsystem für eine kleinere Einrichtung

Die Kranken- und Altenpflege wird in großen und kleinen Einrichtungen auf eine andere Art und Weise organisiert. Wie erwähnt, ist die Funktionspflege für große Krankenhäuser perfekt geeignet. In privaten Pflegeeinrichtungen, die deutlich kleiner sind, überwiegt die Bezugspflege. In diesem Falle wird die Pflege an individuelle Bedürfnisse des Patienten angepasst. Die Pflege in diesem Pflegesystem erfolgt bis zur Entlassung des Pflegebedürftigen. Wichtig: für jeden Patienten ist eine Betreuerin zuständig. Es ist zu betonen, dass auch das Primary Nursing (engl. für „Primärpflege“) eine Variante der Bezugspflege darstellt.

Für die Bezugspflege sprechen folgende Argumente:

  • bei der Organisation der Pflege werden individuelle Bedürfnisse des Pflegebedürftigen berücksichtigt;
  • die feste Zuteilung einer Pflegekraft ist damit gleichgesetzt, dass der Patient seiner Betreuerin vertraut;
  • die Kommunikation zwischen dem Patienten und Arzt verläuft einwandfrei. Angehörige können nötige Informationen jederzeit erhalten;
  • die Betreuerin hat einen großen Einfluss auf die Gestaltung der Pflege des Patienten.

Obwohl die Bezugspflege mehrere wichtige Vorteile hat, ist auch diese Pflegeform mit einigen Risiken verbunden:

  • bei der individuell gestalteten Pflege kommt es manchmal dazu, dass die Betreuerin eine gewisse Distanz zum Pflegebedürftigen verliert;
  • die Arbeit der Pflegekraft ist mit viel Stress verbunden, wenn sie für die Gestaltung der Pflege alleine verantwortlich ist;

in einem Konfliktfall ist es nicht einfach, eine Betreuerin zu wechseln.

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