Die richtige Pflege bei Inkontinenz ist nicht einfach. Sowohl der Pflegebedürftige als auch der Pflegende können verlegen sein. Kein Wunder! Die Darm- und Harnblasenentleerung gehören doch zu sehr intimen Lebensbereichen, die wir mit anderen Personen nicht teilen möchten. Wie kann man diese für beide Seiten problematische Situation gestalten, damit die Pflege einfacher wird? In unserem Beitrag finden Sie einige Tipps, welche Maßnahmen und Hilfsmittel Ihnen bei Ihren Pflegeaufgaben helfen können. Sie erfahren auch, warum die richtige Hautpflege bei Inkontinenz so wichtig ist.

Inkontinenz bei recht mobilen Pflegebedürftigen

Bei recht mobilen Pflegebedürftigen, die unter Harninkontinenz leiden, kann man relativ einfache Maßnahmen ergreifen, um ihnen zu helfen. In erster Linie kann man einen Toilettenstuhl ins Zimmer des Pflegebedürftigen stellen. Wichtig: achten Sie auch darauf, dass sich die Kleidung des Pflegebedürftigen schnell und problemlos öffnen lassen soll.

Zurzeit gibt es verschiedene Hilfsmittel für inkontinente Patienten. Es handelt sich z.B. um:

  • spezielle Vorlagen oder Slips – saugfähige Hilfsmittel;
  • ableitende Hilfsmittel: Katheter und Kondomurinal;
  • Hilfsmittel für Frauen: Vaginaltampon und Pessar – Mittel bei Belastungsinkontinenz.

Beim Kauf von Hilfsmitteln für seinen pflegebedürftigen Angehörigen, sollte man das am besten geeignete Mittel auswählen. Dabei sollte man nicht nur die Art des Hilfsmittels, sondern auch seine Größe und Passform in Betracht ziehen.

Inkontinenz bei Demenz

Inkontinenz bei Menschen mit Demenz ist ein großes Problem. Auch wenn sie das Problem noch überhaupt erkennen, können Sie ab einem gewissen Stadium der Erkrankung nicht mehr spezielle Hilfsmittel selbst verwenden. Das ist damit gleichgesetzt, dass demenzkranke Patienten mit Inkontinenz auf die Hilfe ihrer Angehörigen bzw. einer professionellen Pflegekraft angewiesen sind. Pflegende Personen sollten nicht nur den Krankheitsfortschritt beobachten, sondern auch die richtigen Inkontinenzmaterialien z.B. Windelhosen, Einlagen oder Einmalslips auswählen.

Bei demenzkranken Patienten mit Inkontinenz können folgende Probleme auftreten:

  • Demenzkranken finden die Toilette nicht mehr;
  • viele demente Menschen reichen nicht mehr auf die Toilette;
  • mit fortgeschrittener Demenz können Patienten nicht mehr richtig artikulieren;
  • Patienten erkennen ihre Toilette nicht mehr.

Inkontinenz bei Demenzkranken – einige Tipps für pflegende Angehörige

Viel Geduld – das benötigen alle pflegenden Angehörigen, wenn ihre demenzkranken Familienmitglieder nicht mehr die Toilette finden oder erkennen. Helfen Sie den demenzkranen Patienten  in regelmäßigen Abständen die Toilette aufzusuchen. Es ist zu betonen, dass auch überwiegend bettlägerige Patienten für 15 Minuten auf einem Toilettenstuhl mit Armlehnen problemlos sitzen können.

Es ist nicht zu leugnen, dass Inkontinenzmaterialien bei Demenzkranken sehr hilfreich sein können. Ab einem bestimmten Grad der Blasenschwäche werden Hilfsmittel durch die Krankenkasse bezahlt.

Pflegende Angehörige können an einem kostenlosen Pflegekurs teilnehmen. Die Teilnahme an so einem Kurs können wir Ihnen nur empfehlen. Im Kurs erfahren Sie, wie die Betreuung und Pflege vereinfacht werden und wie Sie pflegebedingte körperliche Beschwerden Ihres Angehörigen minimieren können.

Wie kann man verschmutzte Möbel und Fußböden vermeiden?

Bei Patienten, die an Alzheimer oder einer anderen neurodegenerativen Krankheit leiden, sind verschmutzte Möbel und Fußböden ein häufiges Problem. Wie kann man diesem Problem vorbeugen? Diese Frage stellen sich sehr viele pflegende Familienangehörige. Vor allem sollten Sie sowohl das Bett als auch alle Sitzmöbel mit Bettschutzeinlagen absichern. Auf dem Sitzplatz Ihres Angehörigen sollten Sie feuchtigkeitsaufsaugende, wasserdichte Unterlagen legen. Wichtig: Handtücher sind nicht ausreichend, da sie durchweichen. Für Ihren pflegebedürftigen Angehörigen können Sie monatlich 40 Euro für „zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel“ von der Pflegekasse erhalten. Wenden Sie sich an die Pflegekasse, um mehr davon zu erfahren.

Vor allem bei inkontinenten Demenzkranken sind pflegleichte Bodenbeläge empfehlenswert. Fliesen, Laminatböden oder PVC Böden lassen sich im Gegensatz u Teppichen oder Teppichböden leicht reinigen.

Hautpflege bei Inkontinenz

Sowohl häufige Nässe als auch scharfer Stuhlgang können zu problematischen Hautreizungen führen, aus denen sich eine Pilzinfektion entwickeln kann. Daher sollte man den Intimbereich des Patienten häufig mit warmem Wasser abwaschen. Alle Hautfalten sollten möglichst gut abgetrocknet werden. Wichtig: bei Frauen muss der Eingang zu Scheide gründlich gereinigt werden.

Zur Hautpflege bei inkontinenten Patienten sollten Sie milde panthenolhaltige Produkte verwenden. Bei Rötungen können Sie die Multilind-Salbe verwenden, die einen leichten Wirkstoff gegen Pilzinfektionen und Zinkpasta enthält.

Vergessen Sie nicht, dass eine regelmäßige Dekubitusprophylaxe bei Demenzkranken mit Inkontinenz sehr wichtig ist. Diese kann eventuelle Hautschäden, die bei Inkontinenz relativ häufig auftreten, verhindern bzw. reduzieren.

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