Es ist nicht zu leugnen, dass die richtige Körperpflege bei Pflegebedürftigen sehr wichtig ist. Sowohl die Körper- als auch Hautpflege gehört zum Alltag in der häuslichen Pflege. Viele pflegende Angehörige haben Angst, dass sie ihrem Elternteil oder Partner Schmerzen zufügen. Wie kann man Fehler bei der Körperpflege in der Altenpflege vermeiden? Überlegen Sie sich, wie Sie gerne versorgt werden würden. Ihr Handeln können Sie auf diese Art und Weise intuitiv auf Ihren pflegebedürftigen Familienangehörigen übertragen.

Körperpflege Pflegebedürftiger. Was ist es dabei zu beachten?

Die Haut- und Körperpflege bei pflegebedürftigen Personen ist in erster Linie aus hygienische Gründen wichtig. Allerdings muss man sich dessen bewusst sein, dass die Körperpflege kann auch Nähe schaffen, wenn der Patient z.B. aufgrund einer Demenz nicht mehr kommunizieren kann. Sanfte Berührungen können nicht nur Einsamkeit, sondern auch verschiedene Ängste lindern. Bei der Körperpflege sollten Sie folgendes beachten:

  • nehmen Sie an einem Pflegekurs teil – in einer individuellen Pflegeberatung nach § 7a SGB XI können Sie erfahren, welche Pflegekurse in Ihrer individuellen Situation empfehlenswert sind;
  • wahren Sie Respekt – in jeder Pflegesituation sollten Sie Ihren Angehörigen als gleichberechtigten Partner wahrnehmen, auch wenn der Patient nicht mehr weiß, wo er ist;
  • sprechen Sie mit Ihrem pflegebedürftigen Angehörigen – die meisten Pflegebedürftigen fühlen sich nicht komfortabel, wenn sie von ihren Familienmitgliedern gepflegt werden müssen. Aus diesem Grund ist eine achtsame Kommunikation sehr wichtig.

Einige Tipps für pflegende Personen

Es ist zu betonen, dass die tägliche Körperpflege bei pflegebedürftigen Senioren nicht nur ein Akt der Hygiene darstellt. Die Körperpflege kann mit der Thrombose- und Pneumonieprophylaxe kombiniert werden, sie bringt  doch den Kreislauf des Patienten im Schwung. Bei der Körperpflege zu Hause sollten Sie:

  • auf eine angenehme Umgebung achten (es handelt sich z.B. um eine passende Raum- und Wassertemperatur);
  • ein Gespräch auf allgemeine Themen führen, um die schwierige Situation aufzulockern;
  • beim Waschen mit Gesicht, Hals und Ohren beginnen. Weiter sollten Sie sich von oben nach unten vorarbeiten;
  • den Patienten bei der Haut- und Körperpflege mithelfen lassen;
  • auf alle Druckstellen achten. An Fersen, Hüften etc. kann doch ein Dekubitus entstehen.

Ganzkörperwasche in der Dusche oder Badewanne

Heutzutage gibt es unterschiedliche Hilfsmittel für Pflegebedürftige, die das Baden in der Badewanne sicherer machen. Es handelt sich z.B. um Badewannensitze oder Badewannenlifter. Für viele Senioren ist ein angenehmes Wannenbad ein relevantes Element für sein Wohlbefinden. Allerdings ist die Körperpflege in der Dusche deutlich einfacher. Daher entscheiden sich sehr viele Pflegebedürftige und ihre pflegenden Angehörigen für diese Option. Eine Anti-Rutsch-Matte, ein Haltegriff und ein Duschhocker reichen aus, damit eine Dusche behindertengerecht wird.

Körperpflege am Waschbecken

Viele Senioren möchten den Einstieg in die Badewanne oder die Duschwanne vermeiden. Wenn sie noch selbstständig sind und nicht besonders viel Unterstützung bei der Körperpflege benötigen, waschen sie sich gerne  am Waschbecken. Auch Patienten, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, können am Waschbecken gewaschen werden, sofern das Waschbeecken unterfahrbar ist. Die Körperpflege am Waschbecken bedeutet, dass Sie die Selbstständigkeit Ihres Angehörigen erhalten können.

Körperpflege im Bett

Wenn Ihr Angehöriger bewegungseingeschränkt ist, ist die Körperpflege im Bett die richtige Option. Dabei sollte man am Kopf beginnen und sich danach zu den Füssen vorarbeiten. Wichtig: wenn Sie nicht wissen, wie man bettlägerige Personen richtig umlagern kann, sollten Sie einen Pflegekurs in Betracht ziehen. Aus Sicherheitsgründen ist das Wissen über Lagerungstechniken bei der Körperpflege im Bett sehr wichtig.

Hautpflege bei Pflegebedürftigen

Neben der täglichen Körperpflege ist auch eine gute Hautpflege von Pflegebedürftigen sehr wichtig. Die richtige Hautpflege beeinflusst sehr das Wohlbefinden des Patienten. Unten finden Sie einige Tipps für pflegende Personen:

  • verwenden Sie Pflegeprodukte, die der Pflegebedürftige als angenehm empfindet;
  • fragen Sie eine ausgebildete Pflegekraft danach, welche Cremes, Salben oder andere Produkte empfehlenswert sind. Vergessen Sie nicht, dass die Kosmetika dem Hautzustand des Patienten angemessen sein sollten;
  • hat Ihr Angehöriger offene Wunden? Wenn ja sollten Sie keine Cremes verwenden. Die Wunden sollten “atmen”.
  • verwenden Sie keine Vaseline oder Zinksalbe. Diese Produkte verstopfen die Hautporen;
  • seien Sie bei der Haupflege vorsichtig. Geschädigte Hautstellen können durch Ziehen oder Quetschen verletzt werden.

Besonders wichtig ist die richtige Hautpflege bei Bettlägerigkeit. Bettlägerige Patienten können sich Dekubitis zuziehen. Daher muss man ihre Haut jeden Tag richtig pflegen. Bei Bettlägerigkeit sollte man auch auf parfümierte Cremes verzichten, die die Haut des bettlägerigen Patienten stark reizen können.

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