Viele ältere Personen werden im Laufe der Zeit pflegebedürftig. Die meisten Hilfsbedürftigen benötigen viel Unterstützung im Alltag z.B. beim Kochen, Waschen, Spazieren Gehen etc.   Zahlreiche Senioren werden nach einem gefährlichen Sturz oder  plötzlichen Schlaganfall bettlägerig. In dieser Situation muss der Senior  rund um die Uhr richtig betreut und gepflegt werden. Egal, ob es sich um einen Patienten handelt, der in den Pflegegrad 1 oder 5 eingestuft wird, die sog. aktivierende Pflege wird heutzutage empfohlen. Worauf beruht die aktivierende Pflege?

Aktivierende Pflege als Hilfe zur Selbsthilfe

Die Pflege eines Seniors kann auf unterschiedliche Weise organisiert werden. Heutzutage wird die sog. kompensatorische Pflege, in der Pflegekräfte eigentlich alle Aufgaben übernehmen, nicht mehr empfohlen. Experten sind der Meinung, dass die aktivierende Pflege eine deutlich bessere Option darstellt. Nach einer Definition des deutschen Gesundheitsministeriums handelt es sich dabei um eine Pflegepraxis, in der  die Selbstständigkeit und Unabhängigkeit des Hilfsbedürftigen gefördert werden. Die meisten Patienten sind in der Lage viele Tätigkeiten selbst durchzuführen. Auch bettlägerige Senioren können oft sich kämmen, selbstständig essen, trinken etc. Wenn die Selbstständigkeit der Hilfsbedürftigen konsequent gefördert wird, fühlen sie sich besser, ihr Selbstwertgefühl ist höher.

Aktivierend-therapeutische Pflege bei Demenz

Auch Demenzkranke sollten zur Selbstständigkeit motiviert werden. Bei Patienten mit Demenz ist eine festgelegte Tagesstruktur sehr wichtig. Wenn bestimmte Dinge täglich wiederholt werden, fühlt sich der Patient geborgen, mehr Struktur in seinem Tagesablauf gibt ihnen mehr Lebensqualität.

Beispiele für aktivierende Pflege bei Demenzkranken:

  • tägliche Körperpflege – professionelle Pflegekräfte können Demenzkranke beim Waschen anleiten. Manchmal sind Anleitungen z.B. zum richtigen Führen der Hand erforderlich;
  • Toilettengang – wenn der Patient mobil ist, kann er zur Toilette selbst gehen. Wichtig: bei allen Patienten sollte man ihre Intimsphäre respektieren;
  • Nahrung – bei jeder Mahlzeit sollte der Patient so unterstützt werden, damit er möglichst selbstständig essen kann.

Pflegekräfte in der Altenpflege. Wie kann man den Pflegealltag planen?

Auch bei der Pflege zu Hause kann man die Selbstbestimmung des Seniors effektiv fördern. Nach dem Konzept der aktivierenden Pflege sollten Pflegebedürftige in möglichst vielen Bereichen zur Selbstständigkeit motiviert werden. Pflegekräfte sollten ihre Angehörigen beraten, motivieren sowie anleiten. Nicht nur in den Bereichen: Körperpflege, Ernährung, Toilettengang, An- und Ausziehen kann man Pflegebedürftige zur Selbstständigkeit, zur Aktivität motivieren. Es wäre auch sinnvoll, Senioren zur Teilnahme an Gruppengymnastik oder anderen Freizeitaktivitäten mit Gleichaltrigen anzuspornen. Es ist zu betonen, dass es viele Hilfsmittel für Pflegebedürftige gibt, die ihnen helfen, ihre vorhandenen Fähigkeiten und Ressourcen beizubehalten. Es handelt sich z.B. um: Trinkhilfen, Griffverdicker, Einweg-Speiseschürzen, Duschhocker, Badewannen Einstiegshilfen, Haltegriffen, Toilettensitzerhöhungen, Anti-Rutsch-Hilfen.

Wie kann man die Selbstständigkeit und das Selbstwertgefühl von Senioren fördern?

Pflegende Angehörige sollten die aktivierende Betreuung mit dem behandelnden Arzt besprechen. Sicherlich sollte man sich über die körperlichen und geistigen Fähigkeiten des hilfsbedürftigen Seniors informieren. Erst danach kann man die richtigen Selbsthilfemaßnahmen planen. Die aktivierende Pflege hat viele Vorteile. Es ist jedoch zu betonen, dass diese Pflegeform viel Geduld erfordert. Sie sollten mit Ihrem zu pflegenden Angehörigen darüber sprechen, welche Maßnahmen er ohne Hilfe übernehmen kann. Danach können Sie auch überprüfen, wie der Betroffene mit wichtigen alltäglichen Tätigkeiten in Bereichen Grundpflege, Nahrung, Bewegung etc. zurechtkommt. Vergessen Sie nicht, dass sogar die kleinsten Dinge, die der Pflegebedürftige selbst oder mit Ihrer Unterstützung verrichtet, sein Selbstwertgefühl stärken.

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